Gleich neben dem Haus meiner Großeltern findet gegen Mitte August ein Berglauf statt. Dieses Jahr hatten die Brände die Landschaft schwarz gefärbt und auch in der Luft war der Gestank der verkphlten Bäume und Büsche zu riechen. Aber der Lauf hat paradoxerweise dennoch statgefunden, weil es dort nichts weltbewegendes mehr ist, wenn die Schäfer ihren Tieren Weide schaffen und dafür riesige und verheerende Brände anstecken. Der Lauf geht über 4 Dörfer, die alle MASSA heißen, weil sie wie kliene Klumpen aus Lehm und roten Ziegeln an den Hängen der Hügel um Messina gelegen sind. Dieser Lauf gilt als sehr anspruchsvoll. Komisch, dass sogar Frauen teilnehmen können. Denn hier starten sie oft in einer Sonderwertung. Julia musst zu Beginn einer sog. Lokalmatadorin den Vortritt geben. Aber in der ersten Hälfte geht es nur bergab. Auf dem Rückweg, nach dem Wendepunkt konnte sie recht schnell ihr Aufhohljagt mit Erfolg krönen und sobald sie an ihrer Mitstreiterin vorbei war, verließen diese auch schon die Kräfte. Julia hat ihren Heimvorteil gut ausgespielt, denn die Tage zuvor haben wir oft Berglüfe auf dieser kaum befahrenen Strecke. Überhaupt war das Training dort mitten in der verbrannten Landschaft sehr beeindrückend. Mein Wettkampf verlief nicht so gut. Ich musste einem am Tag zuvor bestrittenen Lauf über etwa 7,5 Km Tribut zollen und wurde von meinem Gegner, der aus der nahen Stadt Catania angereiste Alfio Scalisi...ein alter Bekannter,..abgehängt. Mehr als der 2. Platz war die Zeit ein gutes Ergebnis. Wir mussten dann bis spät in die Nacht auf die FAGIOLATA warten um geehrt zu werden. Denn das Dorffest hat natürlich Vorrang: es wurde getanzt und gegessen in Mengen. Wir aber sind reich bepackt mit Preisen und etwas müde vom Warten nach Hause gefahren, um bald nach Verona wieder aufzubrechen.
Luca für Facebook!
vor 17 Jahren
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